Buchtipp: Die Wurzeln des guten Geschmacks. Mit Überlegungen zur Lebensmittelverschwendung.

Buchrezension Die Wurzeln des gutes GeschmacksUnd wenn die Gesellschaft von den Pflanzen lernen könnte?

Zugegeben, dieses Buch hat meine Aufmerksamkeit wegen des schön gestalteten Buchcovers gewonnen – der Gemüsefan und Historiker in mir steht einfach auf nostalgische illustrierte Kohl- und Wurzelgemüse… Aber der Inhalt hat mich dann doch auch sehr überzeugt: „Die Wurzeln des guten Geschmacks. Warum sich Köche und Bauern verbünden müssen“ ist ein Dialog zwischen Carlo Petrini, dem Gründer von Slow Food, und dem Biologen Stefano Mancuso über die Zukunft unserer Nahrungsmittelproduktion. Eine kurzweilige Lektüre, die ich jedem an’s Herz lege, der sich für biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit (und den Missbrauch dieses Begriffs), Themen wie #slowfood und #slowliving oder Permakultur interessiert. Das Büchlein ist aber auch für all diejenigen zu empfehlen, die noch nicht so tief in diese Themen eingetaucht sind, aber beim Blick in die Supermarktregale das Gefühl haben, dass sich etwas in unserem Verhältnis zu unseren Lebensmitteln ändern muss!

Intensivere Nahrungsmittelproduktion – mehr Lebensmittelverschwendung

Das erste Kapitel beginnt, womit meine letzte Buchrezension geendet hat: Der unaufhaltsam steigende Konsum, verbunden mit einem stetigen Bevölkerungswachstum, trifft auf endlose Ressourcen. Mit immer intensiverer Nahrungsmittelproduktion schadet man der Umwelt, löst aber das Hungerproblem nicht – denn gleichzeitig wächst das Maß an Lebensmittelverschwendung. Etwa 40% der globalen Produktion gelangen nicht auf unsere Teller – Grund genug, Initiativen wie Foodsharing, SirPlus oder etepetete zu unterstützen und zu nutzen!

Eigene Lebensmittel anbauen – den Wert unserer Nahrung erkennen

Wer einmal miterlebt, wie aufwendig es ist, Gemüse anzubauen, der, so behaupte ich, bekommt eine ganz neue Wertschätzung für das, was auf dem Teller liegt, wirft weniger weg und kauft weniger industriell gefertigte Nahrungsmittel. Wer nicht wie ich mit eigenem Garten und einer regelmäßigen Mitgärtnermöglicheit wie im Kartoffelkombinat ausgestattet ist, kann nach Urban Gardening-Projekten in seiner Gegend schauen, einen Schrebergarten pachten, einen Garten über Gartenpaten.org suchen, zeitweise auf einem Biobauernhof mitarbeiten, oder den eigenen Balkon im nächsten Jahr statt mit Zierpflanzen mit Radieschen, Himbeeren & Co bepflanzen. Auch solidarische Landwirtschaften oder Food-Coops sind gute Möglichkeiten, mit Gemüseanbau und Viehzucht in Berührung zu kommen, regionale Strukturen zu unterstützen und Wertschätzung für die eigenen Nahrungsmittel aufzubauen.

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